Binäre Optionen können auf unterschiedliche Art und Weise gehandelt werden. In der klassischen Form werden sie als Call- und Put-Optionen gehandelt. Diese Handelsart wird von jedem Binären-Optionen-Broker angeboten und ist leicht zu verstehen.

Es muss hier zunächst ein Basiswert ausgewählt werden, der aus den Anlagenklassen Währungen, Rohstoffe, Indizes oder Aktien stammt. Angenommen, der Trader wählt den Rohstoff Gold aus. Nun wählt er die Laufzeit des Trades aus und legt den Einsatz fest. Im letzten Schritt muss er nur noch die Vorhersage treffen, ob der Gold-Kurs bei Ablauf der Option steigt oder fällt. Geht er von einem steigenden Kurs aus, eröffnet er eine Call-Option. Eine Put-Option bucht er, wenn er annimmt, dass der Kurs fallen wird. Trifft das vorhergesagte Ereignis ein, erhält der Trader einen Gewinn, der je nach Broker in der Höhe variieren kann. Im Schnitt liegt die Rendite zwischen 65 und 95 Prozent. Sollte sich der Kurs jedoch nicht in die gewünschte Richtung bewegen, ist der eingesetzte Geldbetrag verloren.

Die normalen Call- und Put-Optionen laufen in der Regel mehrere Minuten bis hin zu einer Stunde, mehreren Stunden oder sogar einigen Tagen. Bei einigen Brokern ist es auch möglich, eine Option über einen noch längeren Zeitraum zu halten.

Um den Handel mit Binären Optionen spannender und abwechslungsreicher zu gestalten, wurden weitere Handelsarten entwickelt, die zum größten Teil aus dem Handel mit klassischen Optionen stammen.


Turbo-Optionen (kurzfristige Optionen)

Die Turbo-Optionen sind bei den Tradern äußerst beliebt und werden von fast allen Brokern angeboten. Das Funktionsprinzip gleicht den normalen Call- und Put-Optionen. Jedoch werden diese Optionen – wie der Name schon sagt – „turbo“ bzw. sehr kurzfristig gehandelt. Zunächst gab es hier die berühmten 60-Sekunden-Optionen. Die Laufzeit beträgt hier eine Minute, die letztendlich über Gewinn und Verlust entscheidet. Inzwischen bieten einige Broker auch kurzfristige Optionen mit 30 Sekunden an, wobei dies mehr dem Zocken entspricht und nicht dem ernsthaften Handel mit Binären Optionen. Selbst bei einer Laufzeit von 60 Sekunden ist es enorm schwierig, eine Kursprognose abzugeben, weswegen hierzu auch immer ein Quäntchen Glück gehört.

Zu den kurzfristigen Optionen zählen aber auch Trades, die beispielsweise 120 oder 300 Sekunden sowie 5 Minuten laufen. Berühmt berüchtigt ist hier die 5-Minuten-Strategie. Optionen mit dieser Laufzeit sind schon wesentlich besser einschätzbar, bergen jedoch immer noch ein enorm hohes Risiko. Aus diesem Grund sollten sich auch nur erfahrene Trader an diese Handelsart wagen.


One-Touch-Optionen

Die One-Touch-Optionen sind ebenfalls sehr beliebt unter den Tradern, werden jedoch nicht von jedem Broker angeboten. Der Broker gibt hier einen Zielkurs vor, den der aktuelle Kurs des Basiswertes einmal berühren muss, damit der Trade gewinnt. In einer anderen Variante müssen Trader entscheiden, ob der Zielkurs berührt oder nicht berührt wird. Da der Zielkurs in der Regel weit entfernt vom aktuellen Kurs liegt, muss der Basiswert eine hohe Volatilität aufweisen. One-Touch-Optionen sollten deshalb nicht auf ruhigen Märkten gehandelt werden.

Viele Broker bieten die One-Touch-Optionen im sogenannten High-Yield-Modus an. Das bedeutet, dass hier eine wesentlich höhere Rendite ausgeschüttet wird. Der Gewinn beträgt hier teilweise sogar bis zu 1000 Prozent, wobei die Rendite im Durchschnitt zwischen 100 und 500 Prozent liegt.


Range-Optionen

Range-Optionen, die auch oft als Boundary-Optionen bezeichnet werden, sind ebenso wie die One-Touch-Optionen sehr anspruchsvoll und schwierig zu handeln. Hier legt der Broker keinen Zielkurs fest, sondern gibt zwei Zielkurse vor. Der aktuelle muss sich dann entweder innerhalb oder außerhalb dieser beiden Kurse befinden. Deshalb werden Range-Optionen auch häufig als Grenzhandel bezeichnet. Erfolgsversprechend sind Range-Optionen nur, wenn die Märkte stagnieren und es keine großen Kursausbrüche gibt.


Pair-Optionen

Wie der Name „Pair“ schon sagt, handelt es sich hier um ein Paar, und zwar um zwei Basiswerte, die aus einer Anlagenklasse stammen. Das können zum Beispiel zwei Aktien oder zwei Rohstoffe sein. Trader müssen hier vorhersagen, welcher der beiden Basiswerte bei Optionsablauf besser performen wird. Das bedingt, dass sich der Trader mit den beiden ausgewählten Basiswerten sehr gut auskennt und das Kursverhalten einschätzen kann. In der Regel eignen sich Pair-Optionen deshalb nur für fundamental orientierte Anleger, die die Fundamentalanalyse professionell anwenden können.


Ladder-Optionen

Ladder-Optionen sollten nur von professionellen Tradern gehandelt werden, da sie sehr schwierig und anspruchsvoll sind. Zudem bieten nur wenige Broker diese Handelsart an. Einer dieser Broker ist zum Beispiel BDSwiss. Trader können hier auf einen Basiswert fünf Trades eröffnen, jeweils entweder eine Call- oder Put-Option. Hierzu setzt der Broker jeweils einen Zielkurs fest und Trader müssen entscheiden, ob dieser Kurs unter- oder überschritten wird.

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Besondere Handelsarten

Broker, die ihre Handelssoftware selbst entwickeln, bieten häufig auch selbst entwickelte Handelsarten an, die es sonst bei keinem anderen Broker gibt. Das beste Beispiel ist hier der Broker anyoption. So hat dieser beispielsweise die innovative Handelsart „Bubbles“ entwickelt. Hier müssen Trader im Chart eine „Blase“ formen und platzieren.

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Wenn der Kurs diese „Blase“ zum Platzen bringt, kann der Trader einen Gewinn von bis zu 1000 Prozent erzielen. Es handelt sich hier um eine recht anspruchsvolle Handelsvariante, die zwar hohe Gewinne verspricht, jedoch sehr risikoreich ist. Damit die Option im Geld endet, muss ein Markt sehr volatil sein. Hier bedarf es also einiger Handelserfahrung.


Fazit

Um Binäre Optionen zu handeln, gibt es inzwischen unterschiedliche Handelsarten. Jedoch hat jede Handelsart ihren eigenen Charakter und Trader müssen auf vieles achten. So ist die eine Handelsart für volatile Märkte geeignet und die andere Variante eher für ruhige Märkte. Ebenso müssen Trader beachten, dass das Risiko steigt, je anspruchsvoller eine Handelsart ist. Zwar lassen sich hier auch hohe Gewinne erzielen, Trader müssen sich aber mit den Märkten sehr gut auskennen, damit Trades im Gewinn enden.

Unerfahrene Trader sollten zunächst nur die Call- und Put-Optionen handeln. Bevor dann eine neue Handelsart ausprobiert wird, sollte diese zunächst auf einem Demokonto ausprobiert werden. Inzwischen bieten viele Broker ein kostenloses Demokonto an, das dann auch entsprechend genutzt werden sollte. Und auch wenn die hohen Gewinne locken, sollte zunächst mit geringen Einsätzen begonnen werden.

Der Handel mit Binären Optionen ist wie jedes andere Börsengeschäft hoch spekulativ und birgt schon an sich ein hohes Risiko. Mit anspruchsvollen Handelsarten wird dieses Risiko dann noch erhöht. Deshalb ist hier unbedingt Vorsicht geboten. Das Risiko- und Moneymanagement sollte hier auf keinen Fall vernachlässigt werden.