Wer mit dem Binäroptionshandel beginnen möchte, steht vor der Qual der Wahl, denn inzwischen gibt es zig Broker, die den Handel mit Binären Optionen ermöglichen. Auf den ersten Blick scheint es so, als ob die Broker immer das gleiche anbieten. Bei näherem Hinsehen werden Interessenten jedoch mit Begriffen wie Regulierung, Mindesteinzahlung, Renditehöhe und Demokonto konfrontiert. Viele dieser Begriffe lassen sich von selbst erklären oder können im Internet nachgelesen werden. Der Begriff „Demo“ sorgt hingegen oftmals für Verwirrung.

[alert style=“info“]Interessierte stellen sich dann die Fragen, was ein Demokonto eigentlich ist, wofür es benötigt wird oder warum einige Broker ein Demoversion anbieten und andere nicht. Irritierend kann es auch sein, dass eine Demoversion kostenlos angeboten wird. Bei näherer Betrachtung fällt dann aber auf, dass das Nutzen des Probekontos an Bedingungen geknüpft ist.[/alert]

All dies erscheint auf den ersten Blick sehr kompliziert, weshalb Thema Demokonto im folgenden Artikel einmal näher betrachtet wird, um hier für Klarheit zu sorgen.

Was ist ein Demokonto?

Jeder Binäre Optionen Broker stellt seinen Tradern eine Handelssoftware zur Verfügung. Hierüber können dann Trades eröffnet werden. Dabei arbeiten die meisten Broker mit renommierten Softwareherstellern wie Tradologic, SpotOption und TechFinancials zusammen. Nur wenige lassen eine Handelssoftware im eigenen Hause entwickeln. Die Kurse beziehen die Broker von einem Datenprovider, meist von Thomsen Reuters, einer der bekanntesten Datenprovider.

Wenn ein Demokonto von einem Broker angeboten wird, können Trader die Handelssoftware des Brokers nutzen. Jedoch wird hier nicht mit echtem Geld gehandelt, sondern mit Spielgeld. Somit können Trader also am realen Handel teilnehmen, investieren aber kein echtes Geld.

Welche Vor- und Nachteile hat ein Demokonto?

Der wohl größte Vorteil eines Demokontos dürfte jedem klar sein: Hier wird kein echtes Geld investiert, weshalb auch kein Risiko besteht. Trader können unter realen Voraussetzungen den Handel mit Binären Optionen und die Abläufe kennenlernen und sich zudem mit der Software des Brokers vertraut machen. Somit ist eine Demoversion gerade für Einsteiger eines der wichtigsten Werkzeuge, um erste Erfahrungen zu machen.

Für fortgeschrittene und professionelle Trader hat ein solches Konto außerdem den Vorteil, dass sie hiermit neue Handelsstrategien ausprobieren oder alte Handelsstrategien optimieren können. Somit also auch ein nützliches Tool zur Risikominimierung.

Einen tatsächlichen Nachteil hat ein Demokonto im Grunde nicht. Für unerfahrene Trader kann sich jedoch folgende Problematik ergeben: Wird das Konto mit einer extrem hohen Spielgeldsumme ausgestattet, so kann der Binäroptionshandel nicht unter realistischen Handelsbedingungen ausprobiert werden. Angenommen, ein Broker bietet ein Probeversion mit 100.000 Euro Spielgeld an.

[alert style=“success“]Solch eine Summe würde ein Anfänger niemals auf ein Handelskonto einzahlen. Da ihm jetzt aber so viel Spielgeld auf dem Demokonto zur Verfügung steht, wird er dazu verleitet, zig Trades zu eröffnen und pro Trade viel Geld einzusetzen. Dahinter steht natürlich der Gedanke, dass man sowieso nichts verlieren kann. Wer aber so im Echtgeldhandel vorgeht, wird innerhalb kürzester Zeit sein gesamtes Kapital verlieren.[/alert]

Wird ein Demokonto hingegen beispielsweise mit 500 Euro Spielgeld ausgestattet, wird ein Anfänger überlegter seine Trades eröffnen und auch den Einsatz pro Trade sorgfältiger auswählen. Somit erfolgt der Binäroptionshandel tatsächlich unter realistischen Bedingungen.

Bedingungen und Voraussetzungen

Während es beim CFD- oder Forex-Handel in der Regel Standard ist, dass Broker ihren Tradern ein Demokonto freischalten, hat sich dies noch nicht bei allen Binären Optionen Brokern durchgesetzt. Beim Testaccount gibt es hier tatsächlich Unterschiede, denn die Broker bieten verschiedene Arten von Demokonten an:

  • Demokonto ohne Anmeldung/Registrierung: Ohne eine Anmeldung bzw. Registrierung kann nur bei sehr wenigen Brokern eine Demoversion genutzt werden. Zumindest der Name sowie die E-Mail-Adresse müssen angegeben werden, um mit der Demoversion arbeiten zu können. Grund hierfür ist natürlich, dass der Broker den Nutzer des Demokontos für sich als Kunden gewinnen möchte. Hierzu verschickt er dann per Mail Informationen und attraktive Angebote, um den Nutzer dazu zu bringen, ein Handelskonto zu eröffnen und eine Einzahlung zu tätigen.
  • Demokonto mit Anmeldung/Registrierung und ohne Einzahlung: Aus den zuvor genannten Gründen stellen die meisten Broker erst dann eine Testversion zur Verfügung, wenn man sich vollständig registriert bzw. angemeldet hat. Neben Namen und E-Mail-Adresse müssen Nutzer auch Adresse und Telefonnummer angeben. Gerade die Telefonnummer ist hier häufig ein Muss, da der Kundenservice dann direkt nach der Anmeldung Kontakt aufnehmen kann. Es darf sich hier also nicht gewundert werden, dass sofort nach der Anmeldung das Telefon klingelt. Eine falsche Telefonnummer sollte hier aber nicht angegeben werden, denn wenn bei dem Broker tatsächlich mit Echtgeld gehandelt wird und es darum geht, sich Gewinne auszahlen zu lassen, so müssen Trader den Verifizierungsprozess durchlaufen, der dem Anti-Geldwäsche-Gesetz geschuldet ist. Sollte die Identitätsprüfung aufgrund falscher Angaben negativ ausfallen, werden schlimmstenfalls die Gelder nicht ausgezahlt.
  • Demokonto mit Anmeldung/Registrierung mit Einzahlung: Es ist durchaus üblich, dass Broker das Demokonto erst dann freischalten, wenn eine Einzahlung erfolgt ist. Dabei kann die Höhe der Mindesteinzahlungssumme von Broker zu Broker variieren. In der Regel liegt diese zwischen 100 und 250 Euro. Nur sehr wenige Broker verlangen eine wesentlich niedrigere oder höhere Einzahlungssumme. Mit diesem Vorgehen möchten sich die Broker natürlich absichern, denn schließlich ist die Gefahr groß, dass ein Kunde lediglich die Demoversion nutzt, aber dann bei einem anderen Broker mit dem Traden beginnt.

Einige wenige Broker bieten Kunden auch unterschiedliche Kontomodelle an, wie zum Beispiel ein Basis-Konto, Premium-Konto und ein VIP-Konto. Um eines dieser Konten zu eröffnen, müssen dann unterschiedlich hohe Summen eingezahlt werden. Ein Basis-Konto erfordert meist einen niedrigeren Ersteinzahlungsbetrag als ein Premium-Konto. Dafür erhalten Kunden dann aber beim Premium-Konto den Zugriff auf ein Demokonto. Dieses würde es dann beim Basis-Konto nicht geben.

Neben diesen Varianten gibt es aber auch Broker, die ihren Tradern gar kein Demokonto zur Verfügung stellen.

Funktionsumfang des Demokontos

Wenn ein Broker seinen Tradern eine Probeversion zur Nutzung bereitstellt, egal, unter welchen Voraussetzungen, heißt das leider noch lange nicht, dass dieses zeitlich unbegrenzt genutzt werden kann. Die meisten Broker bieten die Demoversion lediglich für wenige Tage (max. zwei Wochen) an. Bietet ein Broker unterschiedliche Kontomodelle an, erhöht sich die Nutzungszeit meist je nach Kontomodell.

[alert style=“info“]Das zeitlich unbegrenzte Nutzen der Demoversion ist nur bei sehr wenigen Brokern möglich. Weiter ist zudem zu beachten, dass einige Broker den Funktionsumfang beim Demokonto einschränken. Zum Beispiel können dann auf der Demoversion nicht auf alle Basiswerte oder Handelsarten genutzt werden. Das Handelsangebot weicht dann also von dem auf der Echtgeldversion erheblich ab. [/alert]

Um aber den Binäroptionshandel unter realistischen Bedingungen testen zu können, ist es unbedingt notwendig, dass die Demoversion der Original-Version entspricht und alle Funktionen verfügbar sind. Deshalb sollten sich Trader vorab bei dem ausgewählten Broker informieren, ob es ggf. Einschränkungen auf dem Demokonto gibt.

Zusammenfassung

Demoversion ist nicht gleich Demoversion – das dürfte jedem jetzt klar sein. Wer ein Demokonto nutzen möchte, sollte sich zunächst die Broker heraussuchen, die überhaupt ein Testkonto zur Verfügung stellen und unter welchen Voraussetzungen dieses genutzt werden kann. Dabei gilt es zu beachten, an welche Bedingungen (Mindesteinzahlung/zeitliche Begrenzung) die Nutzung gebunden ist.

Zudem muss geprüft werden, ob das Demokonto ohne Einschränkungen genutzt werden. Das heißt, ideal ist es, wenn der Funktionsumfang dem des Echtgeldkontos entspricht. Unerfahrene Trader sollten sich stets auf einer Testversion ausprobieren und die ersten risikolosen Schritte wagen. Außerdem können sie sich so mit der Handelssoftware vertraut machen und die Abläufe kennenlernen.

Fortgeschrittene und professionelle Trader nutzen hingegen die Demo, um neue Strategien zunächst risikolos auszutesten oder um ausgewählte Basiswerte besser einschätzen zu können. Ebenso ist eine Demoversion dazu geeignet, Strategien zu optimieren und zu verbessern. Insofern sind die Einsatzmöglichkeiten eines Demokontos sehr vielfältig. Generell kann gesagt werden, dass ein Demokonto einen tatsächlichen Nutzen verspricht.